Warum plattformübergreifende Mobile Apps nicht die Zukunft sind (Gastartikel)

Der Begriff „Plattformübergreifend“ klingt im ersten Moment doch toll, aber speziell bei mobilen Apps schadet ein gewisser Grad an Individualisierung auch nicht. Anknüpfend an den letzten Gastartikel habe ich neuen Lesestoff von Elia für dich!

Hersteller stellen sich eine entscheidende Frage, bevor sie festlegen für welche und wie viele Betriebssysteme sie eine Anwendung entwickeln: Möchten wir die breite Masse ansprechen oder eine hochqualitative App entwickeln, die in einem bestimmten Markt einschlagen wird? Beides ist möglich, kostet aber Zeit und Geld. Nutzt die Mehrheit der User ein bestimmtes Betriebssystem, fällt die Antwort natürlich leicht. Verwenden die Kunden aber Apple, Android, Windows und BlackBerry Smartphones, wird die Sache etwas schwieriger und der Hersteller muss sich entscheiden, ob er eine plattformübergreifende App oder individuelle Anwendungen für die einzelnen Betriebssysteme baut. Hier die drei wichtigsten Gründe, die aus der Sicht des Nutzers gegen plattformübergreifende Apps sprechen:

1) Nutzer-Interaktion
Ein Hersteller muss sich bei jeder Plattform individuell überlegen, wie das Layout des Bildschirms auf den jeweiligen Geräten gestaltet ist – passiert das nicht, entstehen unhandliche Apps. iOS und Android sind bereits grundverschieden, kommen aber noch Windows und BlackBerry dazu wird es definitiv etwas komplizierter. Das Layout einer App für normale Touchscreens ist ein komplett anderes als das, was für ein übergroßes Smartphone (“Phablet”) oder eins mit Tastatur nötig ist: Bei der ersten Option werden Nutzer hauptsächliche ihren Daumen verwenden, sodass alles wichtige in der unteren Hälfte des Bildschirmes zu finden sein muss. Das trifft auf die anderen beiden Optionen nicht zu, denn User werden entweder beide Daumen nutzen oder das Gerät in einer Hand halten und mit dem Zeigefinger der anderen navigieren. Hersteller müssen das in Betracht ziehen, wenn sie versuchen eine plattformübergreifende App zu bauen.

2) Alle Seiten glücklich machen
Eine gute App sieht auf jedem Gerät und jeder Plattform aus, also ob sie dort auch hingehört – schlechte Ausarbeitung erkennt man daran, dass die App auf allen Geräten gleich aussieht. Eine gute App versucht nicht, auf allen Plattformen identisch auszusehen, sondern passt sich dem individuellen Stil an. Das ist bei einer plattformübergreifenden Anwendung leider nicht möglich.

3) Flexibilität einbüßen
Jede Plattform ist einzigartig – das ist normalerweise der Grund, warum sie überhaupt auf dem Markt überleben kann. Eine App, die für alle Betriebssysteme geeignet sein soll muss über diese Einzigartigkeiten hinwegsehen und nach Gemeinsamkeiten suchen. Das bringt den Nachteil, dass viele positive Faktoren eines Betriebssystems verloren gehen können und die Qualität der App sichtbar nachlässt.

Natürlich ist es für Hersteller rentabler, plattformübergreifende Apps zu entwickeln – man erreicht eine größere Masse an Nutzern, die App lässt sich leichter vermarkten und in Stand halten. Als Nutzer allerdings ist es sehr viel wünschenswerter, wenn Apps individuell für die einzelnen Plattformen gebaut werden . Da lohnt sich auch das Warten, wenn eine App mal wieder nur für iOS erhältlich ist – in der Regel testen Hersteller hier nur das Wasser und geben, sollte sie erfolgreich sein, bald auch eine Version der Anwendung für weitere Betriebssysteme frei.

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